VPG Sport

Wie bereits erwähnt, sind wir mit unseren Hunden im VPG-Bereich aktiv. Die VPG (Vielseitigkeitsprüfung für Gebrauchshunde) wurde früher SchH oder Schutzhundsport genannt. Außer dieser Änderung im Namen ist allerdings fast alles beim Alten geblieben und so bestehen VPG Prüfungen weiterhin aus den drei Abteilungen

 A =  Fährte

B =  Unterordnung

C  = Schutzdienst

In der Fährte arbeitet der Hunde eine nach Prüfungsstufe unterschiedlich lange und schwierige Fährte aus. Die Leistung, die unsere Hunde in dieser Sparte vollbringen können, sind ganz enorm und gerade bei der Nasenarbeit wird uns Menschen deutlich, wie sehr uns die Hunde in dieser Hinsicht überlegen sind und in welch verschiedener Erlebniswelt wir leben.

   

Die meisten Riesenschnauzer, die wir kennen, suchen -richtig angeleitet- sehr gern und sind bald mit Feuereifer und sehr triebig bei der Arbeit. Hier wird deutlich, dass die Fährenarbeit einem natürlichen Verhalten des Hundes entspringt und dass der Mensch lediglich natürlich vorhandene Anlagen fördert.  

    

Schon mit sehr jungen Hunden kann die „Fährtenarbeit“ begonnen werden, wobei natürlich besonders der Junghund noch nicht überfordert werden darf. Wir haben mit jedem unserer Hunde von Anfang an „gesucht“ und alle haben sich bis jetzt zu sehr freudigen Suchern entwickelt, die meist gar nicht abwarten können, bis sie endlich zum Fährtenabgang dürfen.

Gerade in der Sparte „Suchen“ ist es ratsam, sich mit Sportfreunden zusammenzutun, um ein regelmäßiges Arbeiten anzustreben und auch, um den Hund immer wieder an Ablenkungen von außen zu gewöhnen. An dieser Stelle einmal ein Dank an meine Suchfreunde Kalle mit Emir, Gabi mit Kilian und Rainer, die auch bei bergischen Graupelschauern stets mit mir auf den Hückeswagener Ackern und Wiesen suchen gehen!

In der Unterordnung -  auch Gehorsam genannt - hat der Hund verschiedene Übungen zu absolvieren, die ebenfalls nach Prüfungsstufe unterteilt sind. Immer muss der Hund allerdings aufmerksam „bei Fuß“ laufen, sich auf Hörzeichen setzen und legen.

Das Apportieren auf ebener Erde, über eine Meterhürde und eine Schrägwand kommen dann gestaffelt auch noch hinzu und in der „hohen Schule“, also bei VPG 3 muss der Hund dann noch aus dem Normalschritt und aus dem Laufschritt das „Steh“ zeigen. Wer hier allerdings Genaueres wissen möchte, sollte sich eine Prüfungsordnung zur Hand nehmen.  

     

Dem Hund nun all diese Dinge beizubringen und zu schaffen, dass der Hund auch noch Spaß an der ganzen Sache hat, das ist die Kunst. Es ist wie überall: viele Wege führen nach Rom und jeder Hund ist (Gott-sei-Dank) verschieden. Wir haben aber gute Erfahrungen mit Motivation durch Beutespiel und Futter gemacht. Danke an Renate mit Iwo und Unit, die mir hier neue Wege aufgezeigt haben. Trotzdem muss manchmal auch deutlich gemacht werden, wer „Chef im Ring“ ist; daran geht bei einem Riesenschnauzer meist kein Weg vorbei, denn der Riese ist ein Hund mit durchaus eigenem Kopf. (Ich halte das aber nicht für Sturheit, sondern für ein Zeichen von Charakter.)

Der Schutzdienst hat nichts mit dem zu tun, was landläufig in den Köpfen der Leute von „bissigen“ oder „scharfen“ Hunden herumgeistert. Es handelt sich hier –wie auch bei der Fährte- um ein dem Hund angeborenes Verhalten, das gefördert und in die richtigen Bahnen gelenkt wird. Schon bei jungen Hunden kann man Beiß- und Zerrspiele beobachten und bei richtiger Förderung mit dem Lederlappen lernen die kleinen Riesen bald, sich mit dem „Helfer“ oder „Figuranten“ zu balgen und bauen schnell Vertrauen auf.

     

Wenn die Hunde älter geworden sind, erweitert sich das reine Beutespiel um eine weitere Komponente und der Hund zeigt Aggressionsverhalten. Hierzu ist es ganz wichtig zu betonen, dass die Aggression jedem Beutegreifer (auch dem Menschen) angeboren ist und an sich durchaus nichts Schlechtes oder Gefährliches bedeutet. Wichtig ist, dass der Hund im Schutzdienst Gelegenheit erhält, seine natürliche Aggression (und nicht eine künstlich erzeugte oder gar übersteigerte Aggression) auszuleben. Dies führt aber nicht dazu, dass ein „Schutzhund“ im Alltag aggressiv ist; ganz im Gegenteil: wer ausgepowert vom Platz kommt, liegt meist anschließend zufrieden und müde im Körbchen.

Wir legen Wert darauf, dass unsere Riesen zwar einen drangvollen und triebigen Schutzdienst zeigen, aber im Alltag völlig ausgeglichen sind!  

    

Natürlich ist die richtige Ausbildung besonders in diesem Bereich sehr wichtig; zumal man immer auf die einfühlsame Arbeit des Helfers angewiesen ist. Deshalb danke ich an dieser Stelle Matthias Hallermann von der OG Bochum, der derzeit unsere Hunde figuriert und fördert! Aber auch andere Figuranten haben uns und unseren Hunden in der Ausbildung schon weitergeholfen; auch jenen ein Dankeschön.

Die Idee einiger Leute, der Hund möge uns verteidigen, hat übrigens sehr wenig mit „Schutzhundearbeit“ zu tun. Der VPG-Sport ist ein SPORT und als solcher sollte er auch betrachtet werden. Menschen mit vermindertem Selbstbewusstsein benötigen keinen „Schutz“hund, sondern anderweitige Hilfe....

LEGENDE der gebräuchlichsten Abkürzungen